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„Was interessiert mich mein Geschw… von gestern?“

Posted in Kindergarten, and Sitzungssaal

Im September fragte Architekt Oliver Fischer den Waltinger Gemeinderat: „Planen Sie die Erweiterung des Kindergartens bald, oder erst in den kommenden 10-15 Jahren? Ist die Erweiterung akut?“ Der Architekt hatte vorgeschlagen, eine Außenmauer zu versetzen, wenn kein schneller Anbau geplant wäre.

Die Antwort der Mehrheit des Gemeinderats war: „Wir brauchen frühestens in 10 Jahren eine Erweiterung um eine fünfte Gruppe. Das ist nicht akut.

Wenige Gemeinderäte rieten zur Vorsicht: man könnte sich doch die aktuellen Zahlen mal ansehen. Vielleicht hat sich ja etwas geändert. Gemeinderat Manfred Strauß brachte die Meinung der Mehrheit auf den Punkt: „Das haben wir doch schon ausgemacht. Drei Gruppen sind doch jetzt schon zu viel.“  Auch im Internet kursiert das Gerücht von Seiten der CSU, Waltings Neubau sei zu groß.

Architekt Fischer wies auf die Brisanz der Entscheidung hin

  • Gemeinderat Werner Mandlinger: „Nicht, dass wir bauen und in zwei Jahren merken, es ist zu wenig.“
  • Architekt Fischer: „Das darf nicht passieren.“

Architekt Fischer wies auch darauf hin: „Wenn Sie in den kommenden vier Jahren die Erweiterung brauchen, würden wir die Verkleinerung des Gartens nicht vorschlagen.“

Bürgermeister Schermer beschwichtigte

Er sagte:

  • „Wir bauen ja von Haus aus etwas größer.“
  • „Wir haben mit einer Krippe und drei Kindergartengruppen Luft nach oben.“
  • „Wir bauen für unsere Kinder und Enkel, für die nächste Generation.“

Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte ihm zu.

Was interessiert mich mein Geschw… von gestern?

Bereits in der Gemeinderatssitzung vom Januar 2019 war die Erweiterung in greifbare Nähe gerutscht. „Wenn in drei bis vier Jahren aufkommt, der Kindergarten ist doch zu klein, haben wir die Möglichkeit zu erweitern“, argumentierte Gemeinderat Andreas Glöckl (dpG).

Bürgermeister Schermer argumentierte in der gleichen Sitzung:

Wir haben die Mauer umgeplant haben, dass wir schnell richtig dran bauen können.


Nein, es war genau anders herum: sie haben die Mauer umgeplant, weil sie NICHT schnell anbauen wollten. Auf einmal heißt es aber: die Mauer wurde umpgelant, DAMIT man schnell anbauen kann.

In der Infoveranstaltung vom 4. Februar 2019 gab Bürgermeister Schermer sogar bekannt: Die Großtagespflege Waltinger Mäuse müsse um eine Gruppe erweitert werden, um den Bedarf im Herbst decken zu können. Diese Gruppe müsste dann aber erhalten bleiben, wenn der Neubau erbaut ist.

Einmal ist der Neubau nach Ansicht der Gemeinde ausreichend groß, dann ist er zu klein, dann wieder zu groß. Anscheinend ganz nach Gusto, welches Argument man gerade braucht. Eine aktuelle Bedarfsanalyse hat sich der Gemeinderat selbst verweigert.

Da ist der 4,7 Mio Euro teure Neubau noch nicht einmal begonnen und Walting plant schon die nächste Notlösung. Oder wird auch diese Notlösung auf Dauer betrieben?

Deshalb: zweite Krippe statt Gemeindesaal.