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Waltings KiTa sehr teuer

Posted in Kindergarten

Kindertagesstätten kosten unterschiedlich viel. Um die Kosten zu vergleichen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Das Baukosteninformationszentrum der Deutscher Architektenkammern, www.bki.de, bietet dafür wichtige Werkzeuge. Das Ziel des BKI ist es, wirtschaftliches Bauen und Planen zu ermöglichen – und unwirtschaftliche Planungen zu identifizieren.

Die BKI-Baukostendatenbank umfasst mehrere tausend abgerechnete Projekte zu Neubauten, Altbauten und Freianlagen. Diese sind die Grundlage für das BKI-Fachinformationsprogramm im Bereich der Kostenplanung.

https://www.bki.de/ueber-uns.html

Walting im Vergleich mit anderen Bauten

Vergleicht man die Baukosten pro Quadratmeter von Kindertagesstätten, stellt das BKI Anfang 2018 fest, KiTas kosten pro Quadratmeter

  • mit einfachem Standard: 1400 €
  • mit mittlerem Standard: 1600 €
  • mit hohem Standard: 1900 €

In Walting kostet der Quadratmeter 2500 €

Waltings Bauwerk kostet also deutlich mehr als vergleichbare Kindergärten mit hohem Standard: 2500 €/qm statt 1900 €/qm. Die Zahl für Walting gab Architekt Fischer auf Frage des Gemeinderats Werner Hausmann (dpG) in der Gemeinderatssitzung vom 11. September 2018 an. Gemeinderat Hausmann stellte in mehreren Gemeinderatssitzungen heraus, dass die KiTa besonders „wertig“ gebaut werde. Was er nicht direkt sagte ist, dass Wertigkeit mit „höheren“ Kosten einhergeht.

Da das Ziel des BKI ist, wirtschaftliche und unwirtschaftliche Bauten zu erkennen, lässt Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Waltinger Baus aufkommen.

Aber Geld alleine dient noch nicht dem Wohl der Kinder. Man muss es auch für ausreichend viele Betreuungsplätze einsetzen, anstatt für wenige, aber dafür besonders teure Plätze.

Besonders teure Betreuungsplätze werden nicht mehr gefördert als wirtschaftliche Betreuungsplätze

Fördergelder reduzieren die Kosten für die Gemeinde. Förderung heißt, dass der Freistaat oder der Bund Gemeinden bei ihren Investitionen für ihre Bürger unterstützen. Die Förderung steigt leider nicht, wenn man mehr Geld für jeden einzelnen Betreuungsplatz aussgibt. Prinzipiell richtet sich die Förderung nach einem festgesetzten Prozentteil, allerdings gibt es auch für jeden Betreuungsplatz einen maximalen Förderbetrag. Wenn eine Gemeinde besonders viel Geld für jeden einzelnen Betreuungsplatz ausgeben möchte, bekommt sie höchstens den maximalen Betrag. Das sieht man auch daran, dass bei KiTa Projekten anderer Gemeinden etwa die Hälfte der Gesamtkosten gefördert werden: z.B. in Freising und Beilngries wurde die Hälfte der Gesamtkosten gefördert.

In Walting wird jedoch nur ein Drittel der Gesamtkosten gefördert.

Den Rest zahlt die Gemeinde aus eigener Tasche: finanziert durch Schulden.

Die Fördergelder erhöhen sich nur, wenn man mehr Betreuungsplätze schafft.

Würde Walting so wie in Freising und Beilngries bauen, dürfte der Gesamtbau nur 2,8 Mio Euro kosten, das Doppelte der Fördersumme. Walting bezahlt aber 4,7 Mio Euro. Dafür könnte man aber anscheinend auch fast doppelt so viele Betreuungsplätze schaffen.

Wer hat das so entscheiden? Der Gemeinderat. Besprochen wurde das in den Workshops. War also allen Beteiligten bewusst, dass man lieber wenig teure Plätze schafft? Wurden Vergleiche mit dem BKI und anderen Bauten angestellt? Zumindest beteuerte Roland Schermer, man hätte bewußt auch die Deckelung der Gesamtsummen beim Kindergartenneubau verzichtet – zum Wohl der Kinder.

Wie wird verglichen

Für verschiedene Kindertagesstätten gibt es im BKI Kostenvergleiche: unterkellerte, nicht unterkellerte Bauten, einstöckig oder mehrstöckig, einfacher, mittler oder hoher Baustandard.

Für den Neubau in Walting ist die Vergleichsgruppe Kindergärten, nicht unterkellert hoher Standard relevant.

Was wird verglichen

Gesamtkosten für ein Bauprojekt setzen sich aus vielen Teilen zusammen: der Kauf des Grundstücks kostet Geld, die Erschließung, die Honorare der Architekten und anderen Planer, der Bau, die Außenanlagen, die Inneneinrichtung. Für die Vergleiche des BKI werden nur die sogenannten Bauwerkskosten herangezogen, also die Kosten für die Baukonstruktion und die technischen Anlagen im Bau. Dazu gehören z.B. die Außenwände, das Dach, die Baugrube, die Heizung, die Elektrik uns so weiter. All das ist allgemein vergleichbar genormt: BGF Brutto-Grundfläche (DIN 277), Bauwerkskosten: Summe der Kostengruppen 300 und 400 (DIN 276), Kostengruppe 300: Bauwerk-Baukonstruktionen, Kostengruppe 400: Bauwerk-Technische Anlagen.s