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Neue KiTa für 4,7 Mio: genug Außenfläche für 13 weitere Krippenkinder

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Architekt Oliver Fischer von f i s c h e r Architektur | Rüdenauer – Architektur suggerierte in seiner Stellungnahme vom 27. Februar 2019, dass der Lösungsvorschlag „Zweite Krippe statt Sitzungssaal“ deshalb unmöglich sei, weil nicht genug Außenfläche vorhanden sei.

Allerdings ist es, professionell betrachtet, verwunderlich, dass Architekt Fischer zu dieser Schlussfolgerung kommt. Er stellte fest:

Uns fehlt für weitere 10 Krippenplätze die Außenspielfläche (10×10 = 100qm).
Diese zusätzliche Außenspielfläche können wir aktuell nicht darstellen.

Architekt Oliver Fischer von f i s c h e r Architektur | Rüdenauer – Architektur in seiner Stellungnahme vom 27. Februar 2019

Wie diese Aussage genau zu verstehen sei, wollte uns Oliver Fischer nicht beantworten, sondern verwies uns an Bürgermeister Roland Schermer: „Details erfragen Sie bitte bei unserem Auftraggeber“. Schermer hat auf unsere diesbezügliche Anfrage vom 21. März 2019 bislang nicht beantwortet.

Riesige Außenfläche

Um die neue KiTa in Walting herum gibt es riesige Außenflächen. Zwar ist die Spielfläche im abgeschlossenen Innenbereich recht klein (nach unseren Berechnungen knapp unter 10 Quadratmeter pro Kind). Die Außenfläche, die mit der KiTa geschaffen wird, ist jedoch riesig. In der Planung wird sie mit 460.000 € Kosten taxiert.1 Dazu findet sich direkt unterhalb der KiTa der Rasenspielplatz der Grundschule Walting, ein Basketballspielfeld sowie der große Außenbereich der Grundschule Walting – abseits von jedem Verkehr und wunderbar kindgerecht angelegt.

Die Eigene Arbeit ist unter CC BY-SA 2.0 lizensiert. Die von OpenStreetMap zur Verfügung gestellten Daten sind unter der Open Data Commons Open Database Lizenz (ODbL) lizenziert. In Rot oben links ist der Kindergarten dargestellt, in Hellgrün dessen Außenfläche, in Dunkelgrün der Sportplatz und mit Bäumen angedeutet der Spielbereich der Grundschule.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Außenflächen

Per Gesetz müssen Kindertagesstätten das Wohl des Kindes ermöglichen. Zum Kindeswohl gehört laut dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan Bildungs- und Erziehungszielen im Bereich Umwelt, Natur und Bewegung auch „sich bewegen in der Natur“.

Exakte gesetzliche Vorgaben dazu, wieviel Quadratmeter Außenfläche für jedes Krippen- und Kindergartenkind vorgesehen sein müssen, gibt es in Bayern nicht. Die Entscheidung, ob eine Außenfläche groß genug ist, trifft der Träger der öffentlichen Jugendhilfe, im Fall Walting das Jugendamt im Landratsamt Eichstätt mit der Erteilung der Betriebserlaubnis.

Laut Information aus dem Sachbereich Soziales und Jugend der Regierung Oberbayern hat sich in Bayern die Außenflächen pro Kind bei etwa 5-10 Quadratmetern eingependelt.

Das Jugendamt Eichstätt empfiehlt:

Als Größe [des Außengeländes] sind ca. 10 m2 pro Kind wünschenswert.

Broschüre „Betreuung von Kindern unter drei Jahren“, abrufbar hier.

Wünschenswert heißt: auch Außengelände unter 10 qm pro Kind sind möglich, wenn bestimmte Gegebenheiten vorhanden sind. Diese Voraussetzungen werden vom Jugendamt präzisiert:

Kein Außengelände vorhanden: Es muss konzeptionell nachgewiesen werden, wie dem „sich bewegen in der Natur“ anderweitig Rechnung getragen wird.

ebd.

Wie in der Abbildung oben dargestellt, ist die KiTa umgeben von kindgerechter Naturfläche. Wenn sogar KiTas eine Betriebserlaubnis bekommen können, bei denen „kein Außengelände“ vorhanden ist, ist es undenkbar, dass der KiTa Walting keine Betriebserlaubnis gewährt würde, wenn eine zweite Krippengruppe anstelle des Sitzungssaals gebaut wird.

Experten und Fachleute

Architekt Oliver Fischer ist mit der Planung der Waltinger KiTa beauftragt. Immer wieder berufen sich Bürgermeister Schermer, Gemeinderäte und Bürger darauf, dass es sich bei ihm um einen Experten und Fachmann handele. Sie verbinden diese Feststellung mit der Frage, woher man sich das Recht nehme, dessen Experten-Aussagen zu kritisieren. In der Diskussion um die Waltinger KiTa werden Experten-Aussagen üblicherweise herangezogen, um sachliche Gegenargumente als „unverschämt“ dastehen zu lassen (Details siehe hier).

Zusammengenommen ist es, professionell betrachtet, verwunderlich, dass Architekt Fischer

  • eine „zu kleine Außenfläche“ als Argument gegen den Lösungsvorschlag des Bürgerbegehrens ins Feld führt
  • sich dabei nur auf den Spielbereich im Inneren der KiTa bezieht
  • den Außenbereich der KiTa unberücksichtigt lässt (der mit ca. 460.000,- Euro Kosten zu buche schlägt)
  • und die Ausführungen des Jugendamts Eichstätt unberücksichtigt lässt

Hier kann man die Gegenfrage stellen: mit welchem Recht kann man irgendeine Experten-Aussage einfach ohne eigene Überlegungen nachplappern? Aber genau dies wird dem Bürgerbegehren ja zum Vorwurf gemacht:

Lösungsvorschlag des Bürgerbegehrens

  1. Mitteilungsblatt der Gemeinde Walting 2018/03.