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Angeblich zeigt eine „Experten“-Analyse: kein Bedarf für zweite Krippengruppe – Bürger Walting Direkt zum Inhalt

Angeblich zeigt eine „Experten“-Analyse: kein Bedarf für zweite Krippengruppe

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Auf der Bürgerversammlung im Ortsteil Walting am 26. März 2019 wurde über das Bürgerbegehren „Zweite Krippe statt Sitzungssaal“ diskutiert. Unsere Argumente in dieser Sache sind ausführlich auf diesem Blog dargestellt. Hier möchten wir Argumente und andere Aussagen zitieren und kommentieren, die gegen das Bürgerbegehren vorgebracht wurden.

Behauptung:
„Es gibt keinen Bedarf für eine weitere Krippengruppe“

Stefan Grillmeier stellte in Frage, ob in Walting so viel Bedarf an Krippenplätzen bestünde, dass man zur Deckung eine Großtagespflege (die Waltinger Mäuse) und zwei Krippengruppen benötige. Er sagte:

– Es gibt eine Bedarfsanalyse von einer Fachstelle. Wie kommt das Bürgerbegehren dazu, zu sagen, das könnte nicht ausreichen?
– Sollte wider erwarten Bedarf bestehen, kann man die Einrichtung in ein paar Jahren um eine weitere Gruppe erweitern. Aber ich kann mir das nicht vorstellen, dass es diesen Bedarf gibt.
– Wenn Sie diese Zahlen kritisieren, zweifeln Sie Fachstellen an. Mit welcher Berechtigung zweifeln Sie die Analyse von Fachstellen an?

– Stefan Grillmeier auf der Bürgerversammlung im Ortsteil Walting am 26. März 2019

Zum genaueren Verständnis: Um welche Zahlen geht es hier? Es geht darum, wie viele Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren in Walting benötigt werden. Ende 2017 fand zu dieser Frage eine Bedarfsanalyse statt, die bislang geheim gehalten wird. Nur wenige Details wurden bislang mündlich mitgeteilt. Bürgermeister Schermer äußerte so am 4. Februar 2019:

  • Die statistische Analyse aus den Geburtenzahlen ergibt einen Bedarf von 20,5 Krippenplätzen.
  • Der rückgemeldete Bedarf der Elternumfrage (die sogenannte „Experten“-Analyse) ergab einen Bedarf von 17 Krippenplätzen.

Stefan Grillmeier kann es sich nicht vorstellen, dass mehr als 21 Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz bräuchten. Schrittweise sieht die Argumentation von Stefan Grillmeier also so aus:

  • Es gab im September 2017 eine Bedarfsanalyse.
  • Die Analyse ergab einen Bedarf zwischen 17 und 21 Krippenplätzen.
  • Die Analyse wurde von Fachleuten und Experten erstellt.
  • Mit welchem Recht kann man Fachstellen kritisieren?

Unsere Argumente für den Bedarf einer zweiten Krippengruppe

Es gibt eine Vielzahl von Argumenten, dass 17 oder 21 Krippenplätze in Walting nicht ausreichen. Diese Argumente haben wir bereits vielfach dargestellt. Deshalb hier noch einmal in Kürze:

Die sogenannte „Experten“-Analyse, auf die sich Roland Schermer und Stefan Grillmeier stützen, wurde längst von der Realität überholt:

  • Die „Experten“-Analyse sagte für 2018 einen Bedarf von 10 Plätzen vorher. Es waren aber 20 Krippenplätze belegt.
  • Die „Experten“-Analyse sagte für 2019 einen Bedarf von 17 Plätzen vorher. Es waren aber 20 Krippenplätze belegt. Stand Frühjahr 2019 gibt es zudem 36 Krippen-Interessenten für den Herbst.1
  • Bereits Anfang 2017, 10 Monate vor dieser „Experten“-Analyse, ging die Gemeinde von einem Bedarf von 20 Krippenplätzen aus, deshalb schuf sie überhaupt die Großtagespflege.

Jede Waltinger Bürgerin und jeder Waltinger Bürger kann diese Situation selbst einschätzen. Stefan Grillmeier kann sich nicht vorstellen, dass der Bedarf an Krippenplätzen die Zahl 21 überschreitet. Wir Vertreter des Bürgerbegehrens können uns das sehr wohl vorstellen.

Die sogenannte „Experten“-Analyse blieb bis Februar 2019 unter Verschluss

Die Gemeinde hätte bereits vor der Auslobung merken können, dass ihr Betreuungskonzept zu kurz greift. Wir haben das immer vermutet und diese Befürchtung mehrfach öffentlich geäußert. Bürgermeister Schermer hat die Analyse seit eineinhalb Jahren unter Verschluss gehalten. Erst am 4. Februar 2019 gab er Details aus der sogenannten „Experten“-Analyse preis. Ab diesem Zeitpunkt waren Details der Analyse öffentlich verfügbar und konnte so von „Laien“ nachvollzogen und in diesem Fall angezweifelt und kritisiert werden.

Die sogenannte „Experten-Analyse“ enthält wenig Expertise

Stefan Grillmeiers Behauptung, dass eine Fachstelle die Analyse erstellt hätte, ist zu bezweifeln. Das Jugendamt Eichstätt dementierte uns gegenüber die Erstellung der Analyse. Diese würden immer durch die Gemeinden erstellt, hieß es von dort.

Hier Details der „Experten“-Analyse:

  1. Fehler: Der Rücklauf der Elternumfrage war niedrig: Nur zu 44 von 160 Kindern wurde die Elternumfrage beantwortet. Der niedrige Rücklauf dürfte auch daran gelegen haben, dass die Gemeinde Walting die Datenschutzbedingungen nicht einhielt und ohne Anonymisierung und ohne Datenschutzhinweisen sehr persönliche Daten abfragte.
  2. Fehler: Die Analyse zeigt nicht an, wie viele Krippenplätze gebraucht werden, sondern lediglich, wie viele Eltern einen Bedarf angemeldet haben. Das Problem: Sicher gibt es Eltern mit Betreuungsbedarf, die nicht geantwortet haben (siehe unseren Artikel dazu).
  3. Fehler: Die Angabe Krippenplatz für 0-1 Jahre war in der Umfrage gar nicht vorgesehen, obwohl manche Eltern bereits für dieses Alter eine Betreuung wünschen.
  4. Fehler: Im Jahr 2017 haben noch nicht alle Bürger in Walting gewußt, ob sie in den Jahren 2019-20 einen Krippenplatz brauchen werden. Möglicherweise war das Kind noch nicht unterwegs.
  5. Fehler: Die Frage der Umfrage lautete: „Ab welchem Jahr“ und nicht „In welchen Jahren“ brauchen sie einen Krippenplatz? Denn in der Regel besuchen Kinder eine Krippe nicht ausschließlich für ein einziges Jahr. Korrekt wäre gewesen, für 2019 die Zahlen von 2018 und 2019 zusammen zu zählen (siehe unseren Artikel dazu).
  6. Fehler: Alle weiteren Daten, die zur Erstellung einer professionellen Bedarfsanalyse hinzugezogen werden müssen, wurden bei der Waltinger Analyse weggelassen: bestehende Auslastung, auswärtig betreute Kinder, Kinder mit erhöhten Betreuungsbedarf, Zuzug, etc. (Details siehe hier, hier, hier und hier).

Das wären für eine professionelle Analyse durch Fachleute entlarvend viele Fehler. Stefan Grillmeier fragt: „Mit welcher Berechtigung zweifeln Sie die Analyse von Fachstellen an?“ Wir fragen Herrn Grillmeier: „Mit welcher Rechtfertigung verteidigen Sie dieses fehlerbehaftete Werk?“ und „Mit welcher Rechtfertigung schieben Sie die Verantwortung für diese Fehler dem Jugendamt Eichstätt zu, obwohl dieses nach eigener Auskunft mit dem Thema gar nicht befasst war?“

Hier zum Vergleich die Zahlen, die die Realität schrieb:



Wie sind Verweise auf Experten und Fachleute zu bewerten?

Wie hier beschrieben, kann der Verweis auf Experten in Diskussionen sinnvoll oder unredlich eingesetzt werden.

Sinnvoll ist es darauf zu achten:

  • Ist der Experte im relevanten Sachgebiet kompetent und nicht etwa nur in einem Sachgebiet, das gerade irrelevant ist?
  • Haben sich die Aussagen des Experten in der Vergangenheit als belastbar bewährt?
  • Wird diese Autorität korrekt zitiert?
  • Werden die allgemeinen logischen Regeln der Argumentation eingehalten?
  • Werden andere Autoritäten mit Gegenansichten berücksichtigt und deren Aussagen widerlegt?

Beim vorliegenden Fall steht vor allem die Belastbarkeit der Experten-Aussagen und die Berücksichtigung anderer Autoritäten in Frage.

Allerdings ist mit „Sie sind doch kein Experte“ und „Was berechtigt Sie, Experten zu kritisieren“ hier eher der Versuch gemeint:

  • den Argumentationspartner zum Schweigen zu bringen
  • sowie Gegenrede und Widerspruch als unverschämt und frech und damit als inhaltlich irrelevant erscheinen zu lassen
  1. 21 Anmeldungen von Kindern zwischen 2 und 3 Jahren im Kindergarten Rieshofen und 15 Interessenten für die Großtagespflege – größtenteils Kinder unter 2 Jahren. Zusammen: 36 Kinder.