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2 neue Krippenplätze für 4,7 Mio Euro. Warum?

Posted in Kindergarten

Was ist ein neuer Krippenplatz?

Walting wird ein großes neues Gebäude bauen, in dem Kinder zur Betreuung untergebracht werden können. Gleichzeitig wird der jetzige Kindergarten in Rieshofen „stillgelegt“. Das heißt, alle Kinder, die jetzt in Rieshofen untergebracht sind, werden dann im Waltinger Neubau untergebracht sein.

Im Neubau gibt es eine Krippengruppe mit 12 Plätzen (siehe offizieller Auslobungstext). Man kann also sagen, es gibt 12 neue Krippenplätze. Da aber die 10 Krippenplätze der Rieshofner Mondgruppe wegfallen werden, sind ja 10 Plätze im Neubau schon besetzt. So gesehen, schafft der Neubau nur 2 neue Krippenplätze

Der Gemeinderat Walting hat beschlossen, im neuen Kindergarten 1 Krippengruppe mit 12 Plätzen zu bauen.

Was folgt daraus?

Sollten jetzt bereits 3 Kinder auf einen Krippenplatz warten, bedeutet das: mit dem Neubau ist die Krippe gleich voll besetzt und 1 Kind wäre immer noch auf der Warteliste. Der Gemeinderat hätte also für 4,7 Mio Euro eine neue Kinderbetreuungseinrichtung bauen lassen um die Betreuungssituation zu verbessern. Die Verbesserung sähe dann so aus, dass statt 3 Kindern nur noch eines auf der Warteliste wäre.

Bedarfszahlen unbekannt

Warten denn gerade Kinder auf einen Krippenplatz? Das ist nur wenigen in Walting bekannt. Der Gemeinderat wird jedenfalls nicht darüber informiert. Als Werner Mandlinger kürzlich in einer öffentlichen Sitzung nach den Bedarfszahlen fragte, bekam er die Antwort vom Bürgermeister: „Die Zahlen haben wir jetzt natürlich nicht dabei“. Bereits am 15. Oktober 2018 erfragte Gemeinderat Markus Birkner bei Bürgermeister Schermer das Ergebnis der örtliche Bedarfsplanung. Gleichzeitig erfragte er bei der Kommunalaufsicht des Landratsamtes Eichstätt, ob es rechtliche Einwände gibt, ihm als Gemeinderatsmitglied diese Zahlen zur Verfügung zu stellen. Eine Antwort erhielt er nicht.

Beharrliches Schweigen

Die Bedenken, die neue Krippengruppe könnte zu klein sein um den Waltinger Betreuungsbedarf zu decken wurde vielfach geäußert: in Gemeinderatssitzungen, in Leserbriefen, auf unserem Blog.

Die Antwort der Verantwortlichen aus der Gemeinde? Schweigen.

Warum diese Intransparenz um den Betreuungsbedarf für Krippenkinder? Wenn die Gemeinde Zahlen haben sollte, dass in Walting keine Krippenplätze nötig sind, dann könnte sie das doch sagen. Alle Kritik wäre dann vielleicht ganz einfach entkräftet. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass es zu wenig Krippenplätze geben wird, muss man das doch offen machen – sonst ist es ja unmöglich, eine Lösung zu finden.